Ausstellungen im Museum der Arbeit

Das Kapital
6. September 2017 bis 4. März 2018


„Das Kapital“ von Karl Marx ist ein Klassiker der politischen Ideengeschichte und das bekannteste Wirtschaftsbuch in deutscher Sprache. Der erste Band der „Kritik der politischen Ökonomie“, so der Untertitel, erschien 1867 in Hamburg, im Verlag von Otto Meissner. Dauerte es damals ganze vier Jahre, bis die ersten 1.000 Exemplare verkauft waren, so zählt das Werk heute neben der Bibel zu den auflagenstärksten Büchern der Welt – und gewiss zu den einflussreichsten und umstrittensten.

Das Museum der Arbeit nimmt das 150-jährige Jubiläum der Erstveröffentlichung in Hamburg zum Anlass einer spannenden und kontroversen Ausstellung zur Geschichte und Aktualität von Karl Marx‘ „Das Kapital“. Sie spannt einen Bogen von der Zeit der Entstehung des Werks im 19. Jahrhundert über die widersprüchliche Rezeption im 20. Jahrhundert bis zu heutigen Fragen der Produktion und Verteilung von Reichtum und Armut. Ziel der Ausstellung ist es, zum Nachdenken über Aktualität und Grenzen dieses umkämpften Klassikers anzuregen – und zwar weder dogmatisch noch akademisch, sondern assoziativ und partizipativ.

Marx kam es darauf an, die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern sie zu verändern. Deshalb fragt die Ausstellung auch danach, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Führt der Kapitalismus zu Freiheit und Wohlstand oder zu Unterdrückung, Ausbeutung und Krise? Wieso werden die Mechanismen des aktuellen Wirtschaftssystems so unterschiedlich bewertet? Und sind Alternativen wünschenswert und möglich? Die Ausstellung gibt der Diskussion solcher und ähnlicher Fragen breiten Raum und bindet die Meinungen und Positionen von Besuchern direkt ein.

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.


STÄNDIGE AUSSTELLUNGEN

TRUDE - Die größte Schildvortriebsmaschine der Welt
TRUDE ist wohl die größte und gefräßigste Dame Hamburgs. In rund 2 ½ Jahren hat sie sich unter der Elbe durchgefressen und so die vierte Elbtunnelröhre gegraben. Auf ihrem Weg von Waltershof bis Othmarschen hat sie auf 2560 m ca. 400 000 Kubikmeter Erdreich verdaut. Die Bezeichnung TRUDE steht für Tief Runter Unter Die Elbe und bezeichnet somit TRUDEs Einsatzgebiet. Das 14,2m hohe und 380t schwere Schneidrad des Elbtunnelbohrers ist nun als technisches Denkmal auf dem Hof des Museums der Arbeit aufgestellt.

Objekte auf dem Museumshof
Die Maschinenfabrik Menck & Hambrock wurde 1868 im damaligen Dorf Ottensen bei Altona gegründet. 1901 brachte sie den ersten Bagger auf den Markt. Mit dem Boom der Bauwirtschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts baute Menck & Hambrock die Produktion von Baggern aus und entwickelte weltweite Geschäftsbeziehungen. Die blauen Bagger schaufelten Salpeter in Chile, Asbest in russischen Gruben, sie hoben in Schweden Kanäle aus und bewegten Felsbrocken in Steinbrüchen auf den Kanaren. Sie taten Dienst in Hitlers Autobahnprogramm während der 1930er Jahre und danach beim Wiederaufbau des vom Krieg zerstörten Deutschland.

Dinge und Dokumente - Alltag im Industriezeitalter
Die Ausstellung „Dinge und Dokumente – Alltag im Industriezeitalter” bietet anhand eines Objektensembles eine thematische Einführung in das Thema des Hauses: Die Veränderungen von Arbeits- und Lebensbedingungen im Zuge der Industrialisierung. Der gedankliche rote Faden, der diese sehr heterogenen Objekte verbindet, ist der Erfahrungshorizont von Menschen, die in der Zeit um 1900 vom Lande in die Großstadt Hamburg kamen und mit einer industrialisierten Lebenswelt konfrontiert wurden, die ihnen ungewohnte Verhaltensweisen abverlangte, zugleich aber auch Hoffnung und Chancen bot.

Fundsache Arbeitsort - Die Metallwarenfabrik Carl Wild
Im hinteren Teil des Raums bietet eine Glasfront Einblick in ein „Haus im Haus”: Eine Teilrekonstruktion der Metallwarenfabrik Wild, die von 1901 bis 1989 in einem Hinterhof in Hamburg-Hohenfelde Anstecknadeln, Medaillen, Broschen und Abzeichen aller Art produzierte. Der Blick auf diesen der Branche nach zwar exotischen, der Größe nach aber für die Hamburger Gewerbestruktur typischen Kleinbetrieb eröffnet Einsichten in technische und soziale Bedingungen eines Mikrokosmos Fabrik und damit in ein Stück Arbeitswirklichkeit im Industriezeitalter.

Arbeit im Kontor – Handel mit Übersee
Hamburgs Handel erfuhr während der Industrialisierung einen enormen Aufschwung, denn in den Fabriken des 19. und 20. Jahrhundert wurden zunehmend Rohstoffe verarbeitet, die aus fernen Ländern und Kontinenten importiert wurden. Der Handel prägte das Stadtbild und die Arbeitsplätze einer zunehmenden Zahl von Beschäftigten.

New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie
Am Ende dieser Reise beginnt die industrielle Verarbeitung von Kautschuk, aufgezeigt an der Geschichte der New York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (NYH) und untergebracht in drei übereinanderliegenden Räumen an der Kopfseite der Fabrik. „Vom Kautschuk zum Gummi” nennt sich die erste Ausstellungseinheit.

Grafisches Gewerbe
m ersten Obergeschoss betritt man die Abteilung Graphisches Gewerbe, die sich auf den Buchdruck, dessen Mechanisierung und Ende konzentriert. Im Mittelpunkt stehen Veränderungen des Druckes mit beweglichen Lettern, eines über fünfhundert Jahre alten Verfahrens. Um diese komplexen Sachverhalte zu erhellen, einsichtig und begreifbar zu machen, wurden drei Zugangsweisen gewählt, die sich auch durch eine räumliche Dreiteilung voneinander abgrenzen: Werkstätten, in denen Setzen und Drucken in verschiedenen Verfahren vorgeführt wird, ein museumspädagogischer Bereich, in dem Besucherinnen und Besucher selbst tätig werden können, und im „Mittelschiff” der Fabrikhalle der analysierende Zugang über das Medium Ausstellung.

ABC der Arbeit - Vielfalt, Leben, Innovation
Auf 400qm vermittelt dieser Ausstellungsbereich anhand von Arbeitsprodukten, Kleidung, Werkzeugen, Maschinen, mündlichen und schriftlichen Erinnerungen und Fotografien unterschiedlichste Aspekte der Geschichte der Arbeit in Hamburg seit der Industrialisierung.
Der Ausstellungsbereich zeigt mit einer Vielzahl an Exponaten und Arbeitsbiografien aus dem Sammlungsbestand des Hauses Facetten handwerklicher und industrieller Arbeit, des Dienstleistungsgewerbes, des Handels und der sozialen Berufe. Die Ausstellung bilanziert technische Innovationen und soziale Konflikte und reflektiert zugleich die Sammlungsstrategien des Museums mit Einblicken in die Inventardatenbank.


Weitere Informationen zu allen Ausstellungen im Museum der Arbeit finden Sie unter www.museum-der-arbeit.de/de/ausstellungen.